Nachhaltig sanieren, vielfach gewinnen

Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Mit einer Sanierung können Eigentümerinnen und Eigentümer gleichzeitig etwas für ihr Portemonnaie und die Umwelt tun. Gut gemeint heisst dabei nicht zwingend auch gut gemacht. Energie-Experte Michel Gemmet der Firma GEON rät zu einer bedachten Vorgehensweise: Ein Sanierungskonzept spart Geld und Nerven.

Die Pandemie hat weite Teile der Schweizer Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem Immobilienmarkt hat sie zu einer stark erhöhten Nachfrage nach Wohnraum geführt. Seit Anfang 2020 sind die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in der ganzen Schweiz gestiegen (siehe auch BEKB Immobilienbarometer 2021). «Der Wert von Wohneigentum dürfte mittelfristig weiter zunehmen», glaubt Michel Gemmet, Experte für energetisches Sanieren bei GEON. «Das bedeutet, dass zukünftige Eigenheimkäuferinnen und -käufer ihr Budget noch besser im Griff haben müssen.» Manche Kaufwillige sind in seinen Augen allzu unvorsichtig. Wenn sie erst einmal ihr vermeintliches Traumhaus im Visier haben, rechnen sie aus, ob sie sich den Kaufpreis leisten können ‒ vergessen aber, dass in den nächsten 20 Jahren alle möglichen Sanierungen auf sie zukommen könnten. «Später für solche Fälle zu sparen, ist in den meisten Fällen illusorisch», meint Gemmet, «denn nach dem Haus- oder Wohnungskauf bleibt oft erst einmal kein grosser finanzieller Spielraum.» Um kein «Fass ohne Boden» zu erstehen, empfiehlt Gemmet deshalb bereits während der Besichtigungsphase den Beizug von Fachpersonen.
 

  • Ein falscher Sanierungsschritt zum falschen Zeitpunkt? Nur wer sich an die kantonalen Vorgaben hält, kann Fördermöglichkeiten nutzen. GEAK-Expertinnen und -Experten klären auf.

  • Ein tiefer Energieverbrauch lässt Hauseigentümer nicht nur auf lange Sicht Geld sparen, sondern trägt auch zum Werterhalt der Immobilie bei.

Sanieren mit Konzept

Personen, die ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung kaufen möchte, rät Michel Gemmet mit Nachdruck zu einem Sanierungskonzept, zum Beispiel mittels GEAK Plus. Der GEAK ist der Gebäudeenergieausweis der Kantone und bildet den aktuellen Zustand des Gebäudes ab. Mit dem GEAK Plus erhält die Kundin oder der Kunde zusätzlich einen umfassenden Beratungsbericht mit eben einem solchen Sanierungskonzept, das die eigenen Wünsche und Möglichkeiten berücksichtigt: «In diesem Dokument wird Schritt für Schritt festgehalten, welche Massnahmen zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sind.» Idealerweise besteht das Konzept bereits vor dem Kaufabschluss. Darin werden sowohl ökologische als auch ökonomische Kriterien berücksichtigt. Denn jede einzelne Sanierungsmassnahme muss sich irgendwann rechnen. «Bis es so weit ist, braucht es Geduld», weiss Gemmet aus Erfahrung. Ein tiefer Energieverbrauch lässt Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer nicht nur auf lange Sicht Geld sparen, sondern trägt auch zum Werterhalt der Immobilie bei. «Später kann ein solches Sanierungskonzeptes, das den Fortschritt der Arbeiten aufzeigt, ein gutes Verkaufsargument sein», ist Gemmet überzeugt. «Die neuen Besitzerinnen und Besitzer wissen dann, was sie übernehmen, und können mit dem Plan gezielt fortfahren.»
 

Wer blind Massnahmen umsetzt, stolpert

Davor, sich bei genügend Liquidität blind in eine Sanierung zu stürzen, warnt Michel Gemmet. Die Kantone belohnen viele Massnahmen mit Fördergeldern. Diese sind an klare Bedingungen geknüpft. «Wird der falsche Schritt zum falschen Zeitpunkt gemacht, kann es passieren, dass man einen Teil der Fördergelder verspielt, die man bei geschickter Planung eigentlich erhalten hätte», so Gemmet. «Die Investition in ein Gutachten anhand eines GEAK Plus lohnt sich.»

Die Erstellung eines GEAK Plus wird von den meisten Kantonen und einzelnen Gemeinden unterstützt ‒ aber Achtung: Die Anträge bei den entsprechenden Fachstellen müssen vor Baubeginn gestellt werden! GEAK-Expertinnen und -Experten aus der Region (siehe Infobox) analysieren den Zustand des Gebäudes, stufen sein Potenzial ein und machen die Besitzerinnen und Besitzer auf Fördermöglichkeiten aufmerksam. Das Konzept, das daraus abgeleitet wird, spart langfristig nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

Interview und Text: Barbara Zesiger

Sanieren nach Plan: So finden Sie Ihre GEAK-Expertinnen oder Ihren GEAK-Experten

Der Verein GEAK bezweckt die Entwicklung, Verbreitung, Bewirtschaftung, Kontrolle sowie Förderung eines schweizweit einheitlichen Systems für einen Gebäudeenergieausweis gemäss eidgenössischem Energiegesetz. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.geak.ch. Die Kontaktdaten einer GEAK-Expertin oder eines GEAK-Experten in Ihrer Nähe können Sie hier recherchieren: https://www.geak-tool.ch/experts#/.

Die BEKB unterstützt energetisch zertifizierte Sanierungen und Neubauten

Ihre Liegenschaft braucht einen neuen Anstrich? Wir zeigen Ihnen, wie Sie die anstehende Sanierung nachhaltig gestalten können. Damit Ihre Liegenschaft möglichst umweltfreundlich wird und Sie zudem von kantonalen Förderbeiträgen profitieren können, laden wir Sie zu einem spannenden Austausch ein. Vereinbaren Sie entweder einen Termin für eine Eigenheimberatung, oder melden Sie sich beim BEKB-Atelier zum Thema «Nachhaltig sanieren – vielfach gewinnen» an. Auch uns ist eine Investition in die Zukunft etwas wert: Für Ihre nachhaltige und umweltbewusste Sanierung bieten wir Ihnen eine zinsbevorzugte Hypothek.

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