Soft Skills: Alle sollen ihre Stärken zeigen können

Barbara King leitet bei der BEKB die Personalentwicklung und das Change Management. Im Interview erzählt sie, warum Soft Skills bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitender manchmal stärker ins Gewicht fallen als fachliche Kompetenzen.

Barbara King, die sogenannten Soft Skills sind in aller Munde. Von welchen Stärken sprechen wir eigentlich?
Soft Skills sind überfachliche Fähigkeiten; also jene Stärken, die ein Mensch nicht nur im erlernten Beruf, sondern in jedem Lebensbereich zeigt und anwendet. Darunter fallen zum Beispiel Kommunikation, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Selbststeuerung, Selbstwirksamkeit und Resilienz. 

Sind diese überfachlichen Fähigkeiten vom Charakter abhängig?
Zum Teil ja. Soft Skills werden durch den persönlichen Kontext geprägt. Aber – und das sind gute Neuigkeiten! – wer will, kann an seinen überfachlichen Fähigkeiten arbeiten und sich weiterentwickeln.

Schwächer ausgeprägte Fähigkeiten können also gezielt gefördert werden?
Bis zu einem gewissen Mass, ja. Natürlich können Schulungen, Coachings und Ähnliches nicht aus einem Hasen einen Adler machen. Eine introvertierte Person wird sich auf einer Bühne nie ganz wohlfühlen. Das muss sie aber auch nicht. Wir arbeiten bei der BEKB gerne an den Stärken der Mitarbeitenden. Schwächen auszumerzen, braucht viel Energie, und das bremst die Motivation. Dementsprechend wichtig ist es, dass die Rollen in der Firma richtig verteilt werden. Ich habe die feste innere Überzeugung: Menschen, die sein können, wie sie sind, sind glücklicher und können deshalb mehr leisten.

Welche Fähigkeiten spielen im Bewerbungsprozess bei der BEKB eine grössere Rolle? Die fachlichen oder die überfachlichen Kompetenzen? 
Wir merken, dass Soft Skills im Unternehmenskontext immer wichtiger werden. Wir arbeiten in cross-funktionalen Teams, da sind Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeiten gefragt. Selbstverständlich zeigt sich das auch im Anforderungsprofil für unsere Bewerberinnen und Bewerber. Manchmal werden Soft Skills tatsächlich höher bewertet. Das ist der Fall, wenn wir in einer jungen Bewerberin, in einem jungen Bewerber viel Potenzial sehen und wir glauben, dass sie oder er vom Charakter her gut in eines unserer Teams passen würde. Die Faktoren Neugier und Offenheit spielen hier eine besonders grosse Rolle; denn wer diese Soft Skills mitbringt, kann Fachkompetenzen mit Einsatz und Unterstützung erwerben. 

Fachliche Kompetenzen kann man mit Zeugnissen und Diplomen nachweisen. Wie können Bewerberinnen und Bewerber bei der BEKB mit Soft Skills punkten?
Wir achten im Bewerbungsprozess neben der fachlichen Eignung stark auf die Persönlichkeit der Bewerbenden. Zeigen sie sich offen? Oder eher reserviert? Können sie ausdrücken, was sie als Person ausmacht? Was sie gerne tun? Idealerweise können sie ihre Soft Skills anhand von Alltagsbeispielen aufzeigen. Die Beziehung zu anderen Menschen sagt viel über uns aus. Ihre Qualität basiert auf grundlegenden Charaktereigenschaften, deren Entwicklung im Gegensatz zu derjenigen von analytischem Denken deutlich schwieriger ist.

Eine unempathische Führungsperson bleibt also eine unempathische Führungsperson?
Nein, nicht zwingend. Wer sich ändern will, schafft das. Unser Gehirn kann bis ins hohe Alter Neues lernen. Es bringt aber nichts, eine solche Persönlichkeit in ein entsprechendes Training zu schicken. Wissen wird erst durch Anwenden zur Fähigkeit. Man führt nie allein, sondern immer im Zusammenspiel mit den Teammitgliedern. Es gibt immer eine Gruppendynamik, und manchmal ist eben die «Problemperson» nicht das Problem, sondern nur ein Symptom. Das System muss ganzheitlich betrachtet werden.

Die BEKB führt ein neues Filialformat ein. Die Mitarbeitenden werden vom Schalterpersonal zu Gastgeberinnen und Gastgebern. Was bedeutet das für die Unternehmenskultur?
Die Menschen rücken noch mehr ins Zentrum. Die Mitarbeitenden werden zu Bezugspersonen für Kundinnen und Kunden. Um die Rolle der Gastgeberin, des Gastgebers zu übernehmen, sind sowohl fachliche als auch soziale Kompetenzen gefragt. Die Teams werden so zusammengestellt, dass die Rollen optimal besetzt sind. Jede und jeder einzelne Mitarbeitende soll sich mit den eigenen persönlichen Stärken einbringen können.

Text: Barbara Zesiger

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