Reisende in einem Haus

Ein Berufsleben lang bei der BEKB – und dabei mehr sehen als ein Jobhüpfer: Das ist, was Esther Moeri erlebt. Die Fachspezialistin mit bald 40 Dienstjahren schaut zurück und staunt über heute Undenkbares.

Esther Moeri, als 19-Jährige sind Sie zur BEKB gekommen und geblieben. Sind Sie damit die grosse Ausnahme?
Langjährige Mitarbeitende gibt es bei der BEKB viele. Aber ich gehöre in meinem Umfeld sicher zu den besonders alten Hasen, das stimmt. Das hat einige Vorteile, auch wenn eine Karriere in einem einzigen Unternehmen heute nicht mehr als sehr modern gilt. Aber wissen Sie, dass es so gekommen ist, war nicht geplant. Im Gegenteil, als ich frischgebacken aus der KV-Lehre bei der damaligen Kantonalbank von Bern meine erste Stelle angetreten habe, hatte ich ganz andere Pläne.

Wie haben diese ausgesehen?
Diese Geschichte darf ich ja fast nicht erzählen (lacht). Nach der Ausbildung in meinem Freiburger Lehrbetrieb wollte ich nur wenige Monate arbeiten, um dann in England einen Sprachaufenthalt zu machen. Und man hat sich erzählt, dass die Banken in Bern bessere Gehälter zahlten. Das konnte ich natürlich gebrauchen, weil ich danach längere Zeit nichts verdienen würde. So bin ich über ein Temporärbüro zur BEKB gekommen

Und wie gut ist jetzt Ihr Englisch?
Leider immer noch so schlecht wie damals. Es ist nie zu diesem Sprachaufenthalt gekommen. Hier in Bern hat es mir so gut gefallen, dass ich einfach geblieben bin. Das eine hat zum anderen geführt, und so war der ursprüngliche Plan irgendwann kein Thema mehr.

  • Heute arbeitet Esther Moeri im Führungssupport am BEKB-Hauptsitz am Berner Bundesplatz.

  • Sie hat in ihrer beruflichen Karriere sowohl an der Front als auch im Backoffice gearbeitet.

  • «Reisende in einem Haus»: Jeder bankinterne Wechsel hat Esther Moeri Neues gezeigt.


Wie sind Ihre Erinnerungen an die Anfänge bei der BEKB?
In den Details nicht mehr ganz klar – aber vergessen kann man es trotzdem nicht, weil die Welt an sich und die Welt der Banken ganz anders funktionierten. Am Anfang ging natürlich nichts ohne Bargeldtransaktionen. Meine erste Stelle habe ich 1982 in der Niederlassung in Bümpliz angetreten – zu einer Zeit, als der Bancomat noch fast ein Fremdwort war. Ich war als Kassierin sozusagen als lebender Bancomat den ganzen Tag am Schalter und habe vor allem Kundengelder ein- und ausgezahlt.

Kassierin trifft es also besser als Kundenberaterin?
Absolut. Viele weitere Dienstleistungen wurden für mich erst später ein Thema. Am wichtigsten war die Kasse, und das Geld steckte in der Schublade. Besonders gefragt war ich jeweils am Donnerstagabend, als wir abends länger geöffnet hatten. Die Berufstätigen holten ihren Lohn bar ab. Oder mancher Unternehmer holte den Sold für seine Angestellten. Es war also immer viel Bargeld im Umlauf.

«Es ist verwunderlich, dass damals nicht mehr passiert ist.»

Esther Moeri


Hat das viele Bargeld auch manch Zwielichtigen angelockt?
Einen Überfall habe ich auch erlebt, wie so viele andere. Aber wenn ich zurückschaue, ist es schon verwunderlich, dass damals nicht mehr passiert ist. Es ist auch immer wieder vorgekommen, dass uns das Bargeld ausgegangen ist. Dann mussten wir zur Geldverteilstelle und waren mit ein paar 100’000 Franken im Sack unterwegs. Solche Sachen sind heute natürlich undenkbar.

Welche anderen Aufgaben hatte der BEKB-Alltag noch für Sie bereit?
Das waren viele. Nach fast 20 Jahren habe ich von der Front ins Backoffice gewechselt. Als Sachbearbeiterin habe ich Hypothekar- oder Anlageberater bei der Abwicklung von Finanzierungen unterstützt. Oft habe ich eng mit einem einzelnen Berater gearbeitet, manchmal im grösseren Team. Und heute mache ich wieder etwas anderes. Am Hauptsitz am Bundesplatz bin ich im Führungssupport aktiv. Da sorge ich dafür, dass der Markt- und die Regionenleiter optimale organisatorische Unterstützung erhalten. Eigentlich mache ich alles von A wie Archiv verwalten bis Z wie Znüni besorgen.

Sie haben also mit den Jahren immer wieder Neues angefangen.
Ganz genau. Ich war und bin sozusagen Reisende in einem Haus, jeder Wechsel hat mir wieder Neues gezeigt. Mir ist wichtig, das Neue nicht nur anzugehen, sondern es auch zu verstehen. Ich arbeite mich gerne intensiv ein, habe keine Scheu nachzufragen, manchmal mehr als ich vielleicht müsste. Die wechselnden Aufgaben und meine Neugier sind wichtige Gründe, warum ich in all den Jahren bei der BEKB geblieben bin.

«Mein alter Chef hat gesagt: Esther, komm zurück, die Leute fragen nach dir!»

Esther Moeri


Wechselgelüste hatten Sie also nie?
Ja gut. Da gab es eine kleine Ausnahme (lacht). Als junge Frau, nach vier Jahren BEKB, setzte ich mir in den Kopf, etwas anderes sehen zu wollen. Und wechselte tatsächlich zu einer anderen. Aber nur für einen Monat. Weder Arbeit noch Team sagten mir dort zu. Mein alter Chef sagte sofort: «Esther, komm zurück, die Leute fragen alle nach dir.» So kündete ich also noch in der Probezeit und ging wieder zurück zur BEKB. Und dabei ist es geblieben. 

In Ihren bisher 36 Dienstjahren haben Sie immer wieder neue Funktionen übernommen. Was haben Ihnen diese Wechsel abverlangt?
Ein Berufsleben lang bei der BEKB heisst eben auch, ein Berufsleben lang Neues lernen, sich weiterbilden. Klar geht heute nicht mehr alles so schnell wie mit 20. Aber mit der richtigen Einstellung geht es. Die Neuerungen sind für sich gesehen oft überschaubar, man kommt Schritt für Schritt weiter. Gross waren natürlich die technischen Veränderungen, und die gehen auch immer weiter. Angefangen habe ich noch mit der Schreibmaschine. Und gerade kürzlich habe ich gelernt, mit dem Internettelefondienst Skype umzugehen.

Und wie sehen Sie Zukunft und Abschluss Ihres Berufslebens?
Lebenslang hat für mich keine negative Bedeutung. Es bedeutet ja nicht, dass man beim Arbeitgeber immer das Gleiche tun muss. Langweilig wurde es mir darum nie. Ich bin jetzt 55, es werden also sicher noch weitere Wechsel und Veränderungen auf mich zukommen. Und wenn es weiter so gut stimmt, ja, dann kann ich mir vorstellen, bis zum Ende der beruflichen Laufbahn bei der BEKB zu bleiben.

Zur Person

Esther Moeri, heute Fachspezialistin Kundensegment, schaut auf bisher 36 Dienstjahre bei der BEKB zurück. Die Freiburgerin wohnt mit ihrem Mann in Ulmiz. Als Ausgleich zum Beruf schätzt sie den Aufenthalt in der Natur – ob bei Arbeiten im eigenen Garten oder beim Reisen in alle Welt. Wie in ihrer beruflichen Laufbahn bei der Bank entwickelt sie sich auch hier gerne weiter; etwa indem sie bei einer Kubareise im letzten Jahr einen Spanischkurs bei einer 80-jährigen Professorin besucht hat.

Agenda

BEKB -Veranstaltungen

Aktueller Überblick und Anmeldung: bekb.ch/veranstaltungen

Konzerte des Jugendblasorchesters VBJ

3. November 2019, 10.15 Uhr, Congress Centre Kursaal, Interlaken
3. November 2019, 16.00 Uhr, KKThun, Thun
9. November 2019, Kongresshaus, Biel

BEKB-Pensionsplanungsanlässe

29. Oktober 2019, Bildungszentrum der BEKB, Liebefeld-Bern
5. November 2019, Saalbau, Kirchberg
13. November 2019, Hotel Interlaken, Interlaken Ost

BEKB-Immobilientage

31. Oktober bis 2. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz

St. Nicolas de la BCBE à Tramelan

4. Dezember 2019, BCBE Tramelan

Santarun Bern

29. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz