Bekennen Sie Farbe!

Wer schön sein will, muss die richtige Farbe tragen. Während der eine Ton ein Gesicht leuchten lässt, sorgt der andere für ein älteres Aussehen. Stil- und Imageberaterin Denise Joder weiss, wem welche Farben stehen und worauf es sich zu achten lohnt.

«Grün, grün, grün sind alle meine Kleider», so lautet der Titel eines deutschen Volksliedes. Wenn die Auswahl der Garderobe schon so eintönig ist, sollte es zumindest das richtige Grün sein. Während die kalten Grüntöne eher den Sommer- und Wintertypen schmeicheln, lassen die warmen Varianten den Teint von Frühlings- und Herbsttypen strahlen. Aber was genau haben Jahreszeiten mit der Wahl der Kleiderfarbe zu tun? Denise Joder weiss es. Und gibt gerne Auskunft: Die Stil- und Imageberaterin aus Wabern ist mit ihrem eigenen Unternehmen Navyblue unterwegs und unterstützt Privat- sowie Firmenkunden bei der Kleiderwahl.
 

Frisch dank Farben

Farben können viel: jünger, schöner, strahlender und selbstsicherer machen. Aber auch faltiger, müder, älter und kränklich aussehend. Das hängt vor allem vom eigenen Hautton ab. Die verschiedenen Farbtypen lassen sich in die vier Jahreszeiten aufteilen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Während dem Frühlings- und Herbsttyp die warmen Farben gut stehen, schmeicheln die kalten Töne dem Sommer- und Wintertyp. «Ausschlaggebend für die Einteilung ist der Unterton der Haut, der eher warm oder kalt ist», ergänzt die Stil- und Imageberaterin. Wer seine Farben kennt, erlebt nach einem ausgiebigen Shoppingbummel also weniger Frustmomente, sondern erntet vielmehr Komplimente. Das Gute: Praktisch jede Farbe ist in allen vier Jahreszeiten vertreten, jedoch immer in einer anderen Nuance.

Wer eine Farbe bevorzugt, die ihm laut Typeinteilung nicht steht, muss aber nicht komplett darauf verzichten. Die Farbwahl der Unterteile nämlich, also der Hose oder des Jupes, spielt überhaupt keine Rolle. «Auch bei den Oberteilen gibt es Tricks: Magst du ein kaltes Grau, bist aber ein Frühlingstyp? Dann kannst du unter den grauen Blazer ein Top in einer warmen Farbe anziehen», ergänzt Denise Joder.

  • Denise Joder, Stil- und Imageberaterin von Navyblue.

  • Auch Accessoires in den passenden Farben sind ein Hingucker.

  • Sommer- oder doch eher Wintertyp?

Gut beraten

Die einfache Kategorisierung hilft, sich selbst einzuteilen, aber: «Der Selbsttest ist eher eine Spielerei und nur für sehr eindeutige Typen geeignet. Ich zum Beispiel bin ein Wintertyp, obwohl ich hellere Haare habe», so Joder. Wer es also genau wissen will, ist mit einer individuellen Analyse durch den Profi viel besser bedient. Ziel einer solchen Beratung ist, dass jede und jeder für sich selbst entdeckt, welche Farben ihm bzw. ihr schmeicheln, welche weniger. Und dass man beim nächsten Einkauf darauf achten kann. «Zudem muss eine Farbe auch zu den Charakterzügen eines Gesichts passen. Das lässt sich nicht per Tabelle definieren.» Nicht zu vergessen: Auch Formen und Schnitte sind ausschlaggebend, um Stärken der eigenen Figur zu unterstreichen und Schwächen zu kaschieren.
 

Charaktersache

Ein strahlender Teint ist die eine Sache, der Charakter einer Farbe die andere. Letzterer ist unabhängig vom eigenen Farbtyp und universell gültig. Während Schwarz Dominanz, aber auch Unnahbarkeit ausstrahlt, wirkt ein zartes Rosa lieblich, vielleicht eher inkompetent. Es sind beides also Farben, die beim Bewerbungsgespräch wenig überzeugen. Denise: «Hier wählt man besser ein Dunkelblau oder Dunkelgrün. Beides wirkt stark, aber offen und zugänglich.» Fürs Date strahlt ein roter Pulli Selbstbewusstsein aus, ein gelbes oder oranges Outfit wirkt fröhlich und lebenslustig. «Überlegen Sie sich also immer gut, was sie vermitteln wollen», rät die Imageberaterin. Wer ein Bewusstsein dafür entwickelt, ist für den nächsten Einkauf gut gewappnet.
 

Clever kombiniert

«Farbe ist Lebensenergie, sie macht alles interessanter», schwärmt Denise Joder. Wohl auch deshalb gibt es heute eigentlich fast keine Tabus mehr, was Farbkombinationen angeht. Im Gegenteil, frühere No-Gos werden heute sogar gesucht. Beim sogenannten Color-Blocking zum Beispiel wird schon mal eine orange Hose mit einem violetten Oberteil getragen. Und wer es gerne extravagant mag und das nötige Fingerspitzengefühl besitzt, kombiniert mehrere Farben gleichzeitig. Joder: «Ich empfehle grundsätzlich, höchstens drei Farben gleichzeitig zu mischen. So kann man nicht viel falsch machen.»

Zum Ende wollen wir von der Expertin wissen, wie die Farbtrends für 2021 aussehen. «Dieses Jahr dominieren Blau in verschiedenen Nuancen, helle Grüntöne, ein knalliges Pink, Lila und Orange sowie ein intensives Gelb.» Na dann, lassen wir Farbe in unser Leben!

Text: Laura Marti

Vier Jahreszeiten, vier Typen

Frühling: Sie haben einen vanillefarbenen Teint, helle Augen und eine helle, warme Haarfarbe? Dann gehören Sie vielleicht zu den Frühlingstypen. Ihnen stehen frische, leuchtende, klare und grelle Farben mit warmem und goldenem Unterton. Goldschmuck schmeichelt Ihnen besonders.

Sommer: Ihre Haut ist hell mit zartem Pink- oder Roséton, die Augen sind hell, die Haare bewegen sich zwischen einem Platinblond und einem Aschbraun? Dann wählen Sie dezente, leicht rauchige Farben mit einem kalten blauen oder pinken Unterton, dazu Schmuck aus Silber oder Weissmetall.

Herbst: Das Gesicht von Herbsttypen ist vanillefarben bis dunkelbeige und goldschwarz, oft mit klaren Sommersprossen, die Haare sind braun mit einem Gold- oder Rotstich oder auch rot, die Augen haben einen dunkleren Ton. Reiche, satt gedämpfte und erdige Farben lassen den Teint strahlen, Ihre Accessoires wählen Sie am besten in Gold.

Winter: Ihre Haut ist hell bis weiss mit zarten Pinktönen, braun oder braunschwarz, die Haare sind mittel- bis dunkelbraun, die Augen dunkel. Gut bedient sind Sie mit klaren, intensiven, leuchtenden und knalligen oder eisigen Farben sowie Silberschmuck. Übrigens: In unseren Breitengraden gehört über die Hälfte der Menschen zu den Wintertypen.

Zur Person

Die Bernerin Denise Joder hat es vor knapp zwei Jahren gewagt und ihr eigenes Unternehmen gegründet: Navyblue. Sie berät sowohl Firmenkunden als auch Privatpersonen und schreibt regelmässig für ihren eigenen Blog. «Ich finde den Gedanken schön, Menschen den Alltag zu erleichtern, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und dafür zu sorgen, dass sie sich besser fühlen.» Der Firmenname kommt übrigens nicht von ungefähr und bezeichnet gleichzeitig ihre Lieblingsfarbe. So ist auch ihr liebstes Outfit in Marineblau, ein Overall, der zu jedem Anlass gut passt. Natürlich hat auch Denise ein paar Modeleichen im Keller: «Rosa Hüte und goldene Gürtel – beides Accessoires aus meiner Hip-Hop-Phase als Jugendliche.»

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