Geografie des Glücks

In der Schweiz und im hohen Norden: Hier ist das Glück zu Hause, wie ein Report der UNO zeigt. Ein Ergebnis, das sich Jahr für Jahr wiederholt – was steckt dahinter? Eine statistische Spurensuche nach dem Quell fürs Lebensglück.

Glück ist der Zustand, den viele zu erreichen suchen – und Forscher sogar messen wollen. Laut dem UNO-Glücksreport 2017 ist die Schweiz unter 155 Nationen das viertglücklichste Land. Überholt wird sie lediglich von den nordischen Glücksquellen Norwegen, Dänemark und Island. Das Schlusslicht der Rangliste bilden afrikanische Staaten sowie Bürgerkriegsländer wie Syrien und Afghanistan. Seit 2012 machen sich die Vereinten Nationen jährlich daran, das Glück auf der Welt zu messen. Ein gutes Leben machen die Forscher zum einen von harten Faktoren abhängig, etwa der Lebenserwartung, der Höhe des Einkommens und der Entwicklung des BIP. Zum anderen ist es die Selbsteinschätzung von Befragten, über die das Glück erfasst werden soll. Darunter fällt, ob die Menschen das Gefühl haben, Vertrauen und Grosszügigkeit zu erleben, sozial unterstützt zu werden und freiheitliche Lebensentscheidungen treffen zu können.

  • Laut dem neusten UNO-Glücksreport liegt die Schweiz in der Rangliste der glücklichsten Nationen auf Rang 4. Überholt wird sie einzig von Ländern aus dem Norden Europas. Insgesamt flossen die Ergebnisse aus 155 Länder in die Wertung ein.


Die Schweiz und die nordischen Nationen: Sie nehmen bei jeder Glücks-erhebung der UNO einen Spitzenplatz ein. Bei den untersuchten Faktoren schneiden diese Länder besonders gut ab. Was aber macht die Schweizerinnen und Schweizer im Detail zu glücklichen Zeitgenossen? Antworten darauf liefern auch Daten des Bundesamts für Statistik und Erkenntnisse aus dem Sozialreport 2016. Dieser Report fasst Ergebnisse zusammen, die verschiedene Forschungspartner zum Wohlbefinden in allen Lebensbereichen ermittelt haben.

Arbeit und Geld

Einen grossen Anteil am Glück der Schweizer hat gemäss Sozialreport die Arbeit. Die Schweizer sind sowohl mit ihrem Beruf als auch mit den Arbeitsbedingungen sehr zufrieden. Je höher die berufliche Position, desto zufriedener sind die Arbeitnehmer mit ihrer Situation. Im internationalen Vergleich hat die Schweiz ausserdem eine tiefe Arbeitslosenquote – ein weiterer Quell für Glück.

Untrennbar mit der Arbeit ist die Frage nach dem Lohn verbunden: Macht Geld glücklich? Die Autoren des Sozialreports 2016 wagen eine vorsichtige Antwort. Finanzieller Spielraum führt nicht per se zu einem glücklichen Leben – und doch gibt es einen Zusammenhang: Geld hat einen Einfluss auf die allgemeine Lebenszufriedenheit, allerdings nur einen geringen. Ähnliches zeigen Daten des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2016. Die Umfrage zeigt, dass Schweizer mit einem hohen Einkommen (obere 20%) überdurchschnittlich oft angeben, mit ihrem Leben zufrieden zu sein.

  • Gemäss einer Umfrage sind die Schweizerinnen und Schweizern damit, wie die Demokratie funktioniert, am zufriedensten. Andere europäische Demokratien wie Frankreich und Spanien sind punkto Demokratiezufriedenheit deutlich abgeschlagen.
  • Eine Umfrage zeigt, dass Männer & Frauen bei der Geburt ihres 1. Kindes mit ihrem Leben besonders zufrieden sind. 5 Jahre vor & nach der Geburt des Kindes liegen die Zufriedenheitswerte tiefer. Bei der Geburt des 1. Kindes sind Frauen etwas zufriedener.
  • Eine Umfrage bei Schweizerinnen und Schweizern zeigt, dass sie mit ihrem Leben zufriedener sind, je höher ihr Einkommen ist. Die Unterschiede zwischen den Einkommensschichten sind allerdings nicht allzu gross.


Familie und Kinder

Ob sich jemand glücklich schätzt, hängt in hohem Mass von den sozialen Beziehungen ab. Daten des Sozialreports zeigen, dass Alleinstehende mit ihrer Lebensform weniger zufrieden sind als Menschen in einer Beziehung. Ein Umstand, der sich bei Männern stärker zeigt als bei Frauen. Glücklich macht offenbar, den Bund der Ehe einzugehen – allerdings nur kurzzeitig. Schon zwei Jahre vor dem Eheschluss steigt die Lebenszufriedenheit kontinuierlich an, bis sie mit der Hochzeit ihren Höhepunkt erreicht. Danach sinkt die Zufriedenheit mit dem Leben kontinuierlich.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bezüglich der Geburt der eigenen Kinder, die oft als die Vervollkommnung des Glücks gelten. Die Geburt ist für Eltern tatsächlich ein Glücksquell, für die Mütter etwas mehr als für die Väter. Danach sinkt die Lebenszufriedenheit wieder aufs Ausgangsniveau, nach zwei Jahren sind Frauen sogar weniger zufrieden als Männer. Die Autoren des Sozialreports erklären diesen Umstand mit der familienpolitischen Unterstützung, die in der Schweiz teilweise fehle.

Politik und Staatsform

Inwieweit ist das Wohlbefinden von der politischen Landschaft abhängig? Politische Beteiligung an sich mache nicht grundsätzlich glücklich, wie die Autoren des Schweizer Sozialreports schlussfolgern. Dennoch könne das subjektive Wohlbefinden steigen – dann, wenn Menschen das Gefühl haben, gemeinsam mit anderen politisch etwas bewirken zu können. In besonderem Mass scheint dies für die Schweiz und ihre direkte Demokratie zu gelten. Fragt man die Menschen, ob sie mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden sind, nimmt die Schweiz den Spitzenplatz ein. Andere Demokratien wie Deutschland, Polen oder Frankreich werden teilweise deutlich weniger positiv beurteilt.

Agenda

BEKB -Veranstaltungen

Aktueller Überblick und Anmeldung: bekb.ch/veranstaltungen

Konzerte des Jugendblasorchesters VBJ

3. November 2019, 10.15 Uhr, Congress Centre Kursaal, Interlaken
3. November 2019, 16.00 Uhr, KKThun, Thun
9. November 2019, Kongresshaus, Biel

BEKB-Pensionsplanungsanlässe

29. Oktober 2019, Bildungszentrum der BEKB, Liebefeld-Bern
5. November 2019, Saalbau, Kirchberg
13. November 2019, Hotel Interlaken, Interlaken Ost

BEKB-Immobilientage

31. Oktober bis 2. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz

St. Nicolas de la BCBE à Tramelan

4. Dezember 2019, BCBE Tramelan

Santarun Bern

29. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz