Glück von Hand gemacht

Das Berner Confiseurpaar Maly macht seine Schokolade wie kaum jemand sonst. Wie das süsse Glück die Esser lockt und die Macher auf die Probe stellt.

Elf Kilogramm Glück verspeisen Herr und Frau Schweizer jedes Jahr – es ist die Menge an Schokolade, die auf den einheimischen Gaumen zerfliesst. Ein kleiner, aber besonderer Teil davon stammt aus dem Berner Kirchenfeldquartier, aus der schmucken «Chocolate Manufacture» von David und Marketa Maly. Wer den Laden betritt, staunt nicht schlecht: Hat sich der Besucher in der Tür geirrt? Schraubenschlüssel, Hammer und Zangen türmen sich auf den Ablagen, daneben glitzert Schuhwerk in allen Farben. «Täuschend echt sieht es aus, trotzdem ist alles reine Schokolade», freut sich David Maly. Gemeinsam mit seiner Frau Marketa verwandelt er Süsses mit allerhand Tricks in Alltagsgegenstände. Edle Grand-Cru-Schokolade, die zwei Prozent der Kakaowelternte ausmacht, ist die Grundlage. Kreiert wird nur von Hand – und immer mit Herz. «Wir sind Tüftler, die gerade das Urtümliche, das Arbeiten von Hand, besonders schätzen», so die Confiseurin. Das Handwerk hat Marketa Maly in ihrer tschechischen Heimat erlernt und später ihren Mann, einen früheren IT-Fachmann, mit ihrer Passion angesteckt. Seit zwei Jahren verwirklichen sie ihre gezuckerten Ideen in Bern – er mit Vorliebe Kreationen aus Schokolade, sie ausserdem Tortenspezialitäten.

  • Ideenreichtum kennt keine Grenzen: David und Marketa Maly fertigen auch kuriose Schokoladekreationen.
  • Ideenreichtum kennt keine Grenzen: David und Marketa Maly fertigen auch kuriose Schokoladekreationen.
  • Ideenreichtum kennt keine Grenzen: David und Marketa Maly fertigen auch kuriose Schokoladekreationen.

Das süsse Glück für die Esser bedeutet für die Macher auch bittere Erfahrungen. 2011 wandert das Paar auf die Iberische Halbinsel aus, ein lange gehegter Traum. Der Jetset in Marbella soll auf den Geschmack der edlen Confiserie kommen. David und Marketa Maly kutschieren ihre Kreationen in die Villen der Oberschicht, versüssen die Gartenhochzeitsfeste mit ihren Torten. Und doch geht der Plan am Ende nicht auf. Der nachfragearme Winter ist zu lang, die Wirtschaftskrise in Spanien zu tief – «selbst die Reichen wollten sich den Luxus der Schokolade nicht länger leisten», weiss David Maly. Zurück in der Schweiz startet das Paar wieder bei null. «Aufzugeben war nie eine Option», so die Spezialistin fürs Süsse, «dafür lieben wir viel zu sehr, was mir machen.» Und tatsächlich, dank viel Beharrlichkeit geht das Ziel vom eigenen Geschäft im zweiten Anlauf in Erfüllung: Der Laden samt angeschlossener Schokoladenküche in Bern findet seine Kunden. Schleckmäuler von der Strasse setzen genauso wie Firmenkunden auf die Chocolate Manufacture.

Schmutziges Fenster als Kompliment

Um Süssigkeitenliebhaber weiter bei Laune zu halten, wartet das Powerduo ständig mit Innovationen auf. «Mit unserer bean-to-bar-Schokolade sind wir fast einzigartig», so David Maly. Einige ihrer Erzeugnisse verarbeiten die Confiseure von der Kakaobohne bis zum fertigen Produkt – alles in ihrer kleinen Manufakturküche. Die Bohnen, aus zertifizierten Plantagen in Südamerika, verwandeln sich in mehreren Schritten zum Schokoladengenuss: erst rösten, abgestimmt auf den späteren Geschmack, dann schälen und mahlen, bis sich der Kakao wegen des austretenden Fettes verflüssigt. Das Aufleben des Handwerks und die Nähe zum Ursprungsprodukt – es ist alles so, wie Malys es sich wünschen. «Unsere Schokolade macht uns tatsächlich glücklich», schwärmt der Patisserieunternehmer, «dank ihr können wir unseren Traum von der Selbstständigkeit leben.»

Glück ist für die Berner Schokoladenmacher auch etwas anderes – nämlich zu sehen, wie die Menschen auf ihre Werke reagieren. Etwa der junge Mann, der nach ein paar Schritten zurück im Laden ist, weil er die eben gekaufte Mandelkreation schon verschlungen hat. Oder der Zahnarzt, den die perfekte Schokoladennachbildung eines Gebisses aus dem Häuschen bringt. «Das grösste Kompliment ist aber, dass wir die Schaufensterscheibe fast täglich reinigen müssen», erzählt David Maly. Grund sind die sehnsüchtigen Schokoladenliebhaber, Kinder und Erwachsene, die ihre Nasen an der Scheibe plattdrücken.

Geniessen geht auch, ohne Fensterabdrücke zu hinterlassen: Machen Sie mit bei unserem Wettbewerb, und gewinnen Sie einen Glücksbringer aus der Chocolate Manufacture.

  • Von der Kakaobohne zum fertigen Produkt: Alle Schritte passieren in der kleinen Küche der Chocolate Manufacture.
  • Von der Kakaobohne zum fertigen Produkt: Alle Schritte passieren in der kleinen Küche der Chocolate Manufacture.
  • Von der Kakaobohne zum fertigen Produkt: Alle Schritte passieren in der kleinen Küche der Chocolate Manufacture.

Wer herzhaft in ein Stück Schokolade beisst, spürt ihn nicht selten – diesen Anflug von Glück. Doch woher kommt die Hochstimmung? Radko Fajfr, Chefarzt und Geschäftsführer des Stoffwechselzentrums STEPS in Biel, kennt die Hintergründe des Phänomens.

Radko Fajfr, wie ist das Glücksgefühl beim Schokoladenaschen zu erklären?
Ein Teil der Antwort liegt in der Schokolade selbst. In der süssen Versuchung stecken über 300 Inhaltsstoffe, darunter viele biogene Amine wie etwa das Serotonin, bei vielen auch bekannt als Glückshormon. Diese Stoffe hellen die Stimmung auf und geben ein Gefühl von wohliger Zufriedenheit. Gleichzeitig schüttet der Körper beim Schokoladekonsum selbst Serotonin aus.

Diese Stoffe sind also das ganze Geheimnis?
Nicht ganz. Schokolade ist nämlich nicht die einzige Serotoninquelle, dazu gehören auch Tomaten oder Früchte wie Bananen, Datteln und Feigen. Die wenigsten Menschen, die eine Tomate essen, würden allerdings behaupten, dass das rote Gemüse sie glücklich macht. Serotonin erklärt das Phänomen also nur zu einem Teil.

Was steckt also noch hinter den Glücksgefühlen?
Schokolade hat auch einiges mit Psychologie zu tun. Es ist ein emotionales Produkt, das Erinnerungen weckt. Zum Beispiel an glückliche Kinderzeiten, wozu auch der Genuss von Schokolade seinen Teil beitrug. Die positiven Gefühle werden zum Teil abgespeichert und beim späteren Konsum wieder ausgelöst. Wir reden in diesem Fall von einer klassischen Konditionierung. Und manchmal reicht allein der Gedanke an Schokolade oder ein Bild davon, um das wohlige Gefühl hervorzurufen.

Agenda

BEKB -Veranstaltungen

Aktueller Überblick und Anmeldung: bekb.ch/veranstaltungen

Konzerte des Jugendblasorchesters VBJ

3. November 2019, 10.15 Uhr, Congress Centre Kursaal, Interlaken
3. November 2019, 16.00 Uhr, KKThun, Thun
9. November 2019, Kongresshaus, Biel

BEKB-Pensionsplanungsanlässe

22. Oktober 2019, Turbensaal Bellach, Bellach 
23. Oktober 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Biel 
23. Oktober 2019, Schloss Hünigen, Konolfingen 
29. Oktober 2019, Bildungszentrum der BEKB, Liebefeld-Bern
5. November 2019, Saalbau, Kirchberg
13. November 2019, Hotel Interlaken, Interlaken Ost

Immobilien-Herbstmesse

31. Oktober bis 2. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz

St. Nicolas de la BCBE à Tramelan

4. Dezember 2019, BCBE Tramelan

Santarun Bern

29. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz