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Tradition neu erfinden

Das Internetzeitalter fordert die Bankenwelt heraus – davon profitiert nicht zuletzt die Kundschaft. Wie die BEKB den digitalen Wandel meistern will, erklärt Verwaltungsratspräsidentin Antoinette Hunziker-Ebneter im Interview.

Antoinette Hunziker-Ebneter, wissen Sie noch, wann Sie zuletzt einen Bankschalter aufgesucht haben, um eine Einzahlung zu machen?
Daran kann ich mich nicht erinnern, es muss länger her sein. Zuletzt an einem Bankschalter war ich dieses Frühjahr, um mich auf eine Reise durch Namibia und Botswana vorzubereiten. Ich habe immer noch gerne ein wenig Bargeld im Portemonnaie, deshalb habe ich mir südafrikanische Rand besorgt.

Es ist also für Sie keine Alltagsnotwendigkeit mehr, regelmässig an einen Bankschalter zu gehen?
Nein, das ist es nicht. Und das geht heute ja vielen so. Dass der Bedarf an physischen Kontakten zurückgeht, erleben wir in unseren Niederlassungen. Zahlungen und andere Dienstleistungen können Sie heute bequem im E-Banking abwickeln. Daneben gibt es aber Bereiche, wo die persönliche Beratung immer noch grosse Bedeutung hat. Wenn Sie die eigene Vorsorge planen oder ein Haus kaufen wollen, ist der Kontakt zu einer Beraterin oder einem Berater nach wie vor zentral. Unsere Niederlassungen werden deshalb auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

«Wir alle erleben doch im Alltag, wie praktisch die neuen Möglichkeiten sein können.»

Antoinette Hunziker-Ebneter

Grosse Teile des Bankgeschäfts werden aber digital – trauern Sie der analogen Zeit manchmal nach?
Nein, überhaupt nicht. Wir alle erleben doch im Alltag, wie praktisch die neuen Möglichkeiten sein können. Das habe ich gesehen, als ich einmal in der Woche mit meinem Sohn telefonieren wollte, der im Ausland studiert hat. Mama, lass uns lieber über Whatsapp und Skype Kontakt halten, hat er gemeint. Und so haben wir es gemacht. Für das Studentenbudget ist das ja sowieso die beste Alternative. Ähnlich sehen wir das im Bankgeschäft. Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden neue Produkte und Dienstleistungen an, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

Welche neuen Angebote hat die BEKB für ihre Kunden denn bereits realisiert?
Ein Beispiel ist unsere neue App, die wir laufend weiterentwickeln. Im Frühjahr haben wir einen Finanzassistenten integriert, mit dem die Kundinnen und Kunden ihr Budget verwalten können. Das ist ein Angebot, das wir gemeinsam mit einem FinTech-Unternehmen entwickelt haben. Aber auch unsere Kundinnen und Kunden haben Inputs zur App gegeben. Wir haben Workshops veranstaltet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihren Wünschen und Ideen gefragt. Dann haben wir einen Prototyp entwickelt und diesen wiederum testen lassen. So stellen wir sicher, dass wir uns nach den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden richten.

Was hat die BEKB sonst noch im Köcher?
Eine weitere Innovation, an der wir momentan arbeiten, ist unsere digitale Kundenplattform, die alle unsere Dienstleistungen bündelt. Die Übersicht haben, schnell und einfach agieren – das ist ein grosses Kundenbedürfnis. Auch die ortsunabhängige Beratung ist zunehmend gefragt. In Zukunft wird man mit unseren Beraterinnen und Beratern über Chat- und Videofunktion in Kontakt treten können.

Bei der App-Entwicklung haben Sie die Kunden einbezogen, sagen Sie. Aber besonders schnell waren Sie damit nicht.
Das ist so, da gab es Konkurrenten, die früher waren. Gerade weil wir die Extraschlaufe über die Kundeneinbindung gegangen sind, hat es eben seine Zeit gebraucht. Zudem sind sich unsere Kundinnen und Kunden eine gewisse Qualität gewöhnt. Diese wollen wir erfüllen und nicht irgendwelche Schnellschüsse produzieren. Aber den Zeitdruck, den Sie ansprechen, spüren wir schon. Die Digitalisierung hat das Tempo enorm erhöht. Über Jahre an einer Dienstleistung zu arbeiten, kann man sich heute eigentlich nicht mehr leisten.

Zur Person

Seit 2015 präsidiert Antoinette Hunziker-Ebneter den Verwaltungsrat der Berner Kantonalbank. Sie ist studierte Betriebswirtschaftlerin mit Diplom der Swiss Banking School. Ihre berufliche Karriere führte sie durch zahlreiche Finanzinstitute bis an die Spitze der Schweizer Börse. Mit der Gründung der Forma Futura Invest AG folgte 2006 der Schritt in die Selbständigkeit.
Antoinette Hunziker-Ebneter ist ausserdem Mitgründerin der waterkiosk foundation, die Schwellenländern den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht.


Wenn die Digitalisierung auf das Tempo drückt – wie will die BEKB diese gewachsenen Anforderungen angehen?

Im Verwaltungsrat arbeiten wir derzeit an einer neuen Digitalisierungsstrategie. Aus dieser werden wir konkrete Schritte ableiten. Den Grundstein haben wir aber schon gelegt: Vor gut zwei Jahren haben wir eine Abteilung für die digitale Transformation geschaffen. Dazu gehören zwei Teams mit insgesamt zehn Leuten, die aus allen Unternehmensbereichen kommen und alle Generationen vertreten. Sie haben die Aufgabe, den Markt zu beobachten, Ideen zu generieren und auch umzusetzen.

Der digitale Wandel sollte aber nicht nur eine Abteilung umtreiben, sondern jedes einzelne Mitglied im Unternehmen.
Das ist absolut richtig. Die wichtigste Ressource sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie haben ein oft jahrelanges Wissen, das wir nutzen müssen. Und die Bereitschaft, die neuen Herausforderungen anzugehen, die ist von allen Seiten gross. Das habe ich in den zwei Jahren, in denen ich nun das Verwaltungsratspräsidium innehabe, gespürt. In diesem Zusammenhang ist es vor allem wichtig, dass wir die Innovation stärken. Wir wollen, dass die Mitarbeitenden ihre Ideen äussern, und wir haben eine Gruppierung ins Leben gerufen, die sich gezielt mit Innovationen befasst.

«Wer innovativ sein will, muss auch einmal scheitern dürfen.»

Die digitalen Überflieger von morgen müssen also innovativ sein. Was braucht es noch dazu?
Etwas, das im angelsächsischen Raum schon längst verbreitet ist: eine Fehlerkultur. Wer innovativ sein will, muss auch einmal scheitern dürfen. Bei meinem ersten Job in einer amerikanischen Grossbank hat mir mein Chef gesagt: 70 Prozent von dem, was man tut, sollte erfolgreich sein. Der Rest muss es nicht. Als ich anschliessend in einer grossen Schweizer Bank gearbeitet habe, war der Kulturschock gross. Auf einmal hiess es, die Erfolgsquote müsse bei mindestens 99 Prozent liegen. So geht es aber nicht. Wir müssen die Freiheit haben, Projekte auch einmal abzubrechen, wenn wir sehen, dass etwas nicht funktioniert. Und dies, ohne am Ende ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wenn man Ihnen zuhört, spürt man eine grosse Leidenschaft. Haben Sie diese auch im Alltagsgeschäft?
Die für mich wichtigste Aufgabe in den nächsten Jahren ist es, die BEKB erfolgreich durch den digitalen Wandel zu führen. Und ja, an dieser Aufgabe habe ich grosse Freude. Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich einen Wechsel in die moderne Welt mitgestalte. Als Chefin der Schweizer Börse habe ich die Einführung der elektronischen Börse vorantreiben dürfen. Das sind Erfahrungen, auf die ich jetzt bauen kann.

Trotz allem Optimismus, fürchten Sie denn gar nicht, dass den Banken ihr bisheriges Geschäftsmodell künftig streitig gemacht werden könnte?
Niemand weiss heute, wie das Bankgeschäft in Zukunft genau aussehen wird. Sicher ist, dass das Geschäft im Zug der Digitalisierung noch komplexer wird. Bisher haben wir über einzelne digitalisierte Angebote gesprochen, die den Kundinnen und Kunden einen Mehrwert bieten. Als Bank verdienen wir aber erst einmal nichts daran. Es ist eine Zeit, in der wir neue Geschäfts- und Erlösmodelle entwickeln müssen. Da gibt es durchaus Druck von aussen – durch kleine und flexible Unternehmen, die das klassische Bankgeschäft umkrempeln wollen.

Gibt es da einen Ausweg für ein traditionsreiches Unternehmen wie die BEKB?
Was für uns in Zukunft ganz wichtig werden wird, ist das Thema Nachhaltigkeit. Das zieht sich heute durch alle Lebensbereiche. Es geht nicht mehr nur darum, woher die Erdbeeren kommen, die Sie beim Grossverteiler kaufen. Die Menschen wollen ihr Geld zunehmend nachhaltig anlegen und investieren. Daraus kann sich ein neues Geschäftsmodell entwickeln. Bei der BEKB versuchen wir nun, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu verknüpfen. Und wenn wir das schaffen, haben wir sicher gute Karten.

Bank für unterwegs

Die neue BEKB App macht Bankdienstleistungen noch einfacher zugänglich und bietet zahlreiche Extras. Neben dem mobilen E-Banking bietet sie eine praktische Ortungsfunktion, die jeweils die Bancomaten in nächster Nähe des Nutzers anzeigt. Kundinnen und Kunden haben ausserdem Zugriff auf ein nützliches, in die BEKB App integriertes Hilfsmittel: den Finanzassistenten. Mit diesem lässt sich mit wenigen Klicks ein individuelles Budget erstellen. Auf Basis der Kontobewegungen der letzten zwei Jahre erstellt der Finanzassistent dabei ein durchschnittliches Budget. Ein paar Fingergriffe genügen, und der Vorschlag passt sich den eigenen Bedürfnissen noch besser an – am Ende steht eine klare Übersicht, wie viel Geld dem Nutzer bis Ende Monat in verschiedenen Kategorien zur Verfügung bleibt. Hier finden Sie weitere Infos inklusive einer Videoanleitung.

Agenda

Konzerte des Jugendblasorchesters VBJ

3. Mai 2018, Stadttheater, Langenthal
7. Mai 2018, Hotel National, Bern

BEKB-Familientage

26. Mai 2018, Gurten, Bern
3. Juni 2018, Studen
17. Juni 2018, Solothurn
11. August 2018, Utzenstorf
2. September 2018, Reconvilier

Sitzkissenkonzerte für Kinder ab 4 Jahre

13. März 2018, Stadttheater Bern
20. März 2018, Stadttheater Bern

Spannende Ausflugstipps

Es gibt unzählige Fleckchen, die sich wunderbar für einen Familienausflug eignen. Die BEKB präsentiert Ihnen online die schönsten Familienplätze Ihrer Region.

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