Jeder Morgen ein Fest

Während andere nicht in die Gänge kommen, ist er schon auf dem Höhepunkt: Energy-Morgenmann Simon Moser. Der Start in den Tag mit einem, der früher alles andere als ein Morgenmensch gewesen ist.

Es gibt eine Zeit, zu der es in Bern nicht anders zugeht als im verschlafensten Bergdorf. Nichts passiert morgens kurz vor fünf. Kein Tram, keine gehetzten Fussgänger, kein Leben. Hinter der Lorrainebrücke, in einem alten Backsteingebäude, arbeitet einer daran, dass sich das schnellstens ändert. Simon Moser drückt die letzten Knöpfe. Und dann geht es los mit «Energy Mein Morgen». Fünf Stunden lang ist er mit seinem Co-Moderator Schelker live auf Sendung. Ihre Mission: die Bernerinnen und Berner fröhlich in den Tag geleiten. Heute hilft ihnen dabei ausnahmsweise ein Basler. Mike Shiva ist im Radiostudio. «Wie wird es mir nach der Trennung finanziell ergehen?», will ein Hörer wissen. Der knallige Wahrsager wedelt mit der Karte für Reichtum. «Alles gut. Du musst dir keine Sorgen machen.» Zum Glück. Alles andere dürfte zu dieser frühen Stunde nicht zu verkraften sein.

So geht es in der nächsten Stunde weiter. Spielchen, Musik, Wetter und flotte Sprüche. Simon Moser ist von Anfang an hellwach. «Einwärmen muss ich mich vor dem Mikrofon nicht mehr.» Sein persönliches Morgenritual hat er schon hinter sich. Zehn Minuten meditieren, zu Hause, bevor er sich nach halb fünf aufs Velo schwingt. «Und wenn ich mir da noch die Wädli abfriere, bin ich endgültig wach.»
 

 

Lieber echt statt nur lustig

Mittlerweile zeigt die Uhr halb sieben. Luca Hännis metallisch angehauchte Stimme zirpt über den Sender. Gut für Simon Moser. Das sind drei Minuten, in denen er dem nächsten Morgenritual frönen kann. Er eilt aus dem Studio, hinüber in die Küche, ein Tee soll es sein. «Bis zu sechs sind es an einem Morgen. Dazu dreimal Kaffee und Müesli.» Er erzählt von seiner Leidenschaft fürs Radio, die er auch nach vielen Jahren nicht verloren habe. Und dass er und sein Co-Moderator mehr seien als die Lustigen vom Radio. «Wichtiger als einfach lustig sein, ist es uns, dass wir authentisch sind. Wenn wir uns über etwas nerven, sagen wir das auch ins Mikrofon.» Das Berner Morgenshow-Original schaut auf die Uhr. Ups, in ein paar Sekunden hat Luca Hänni fertig geträllert. Moser lacht und eilt zurück ins Studio: «Manchmal reicht es halt nicht mal für den Tee.»

Mike Shiva packt noch einmal seine Karten aus. «Gibt es Probleme in meinen nächsten Familienferien?», will Simon Moser wissen. Shiva zückt die Karte für Geborgenheit. «Du wirst mit deiner Familie eine gute Zeit haben, Simon. Es wird nur gute Tage geben.» Schon wieder ist alles gut. Im Wohlfühlprogramm am frühen Morgen steckt aber auch harte Arbeit. Nicht nur vom ganzen Team aus bis zu zehn Köpfen, die täglich neue Ideen, Themen und Aktionen planen. Die härteste Arbeit hat Mosers Kopf geleistet. «Als ich mit 20 beim Radio angefangen habe, war ich alles andere als ein Morgenmensch.» Trotzdem wollte er genau da hin, wo er jetzt ist. «Die Morgenshow ist im Radio die Champions League.» Es ist die Zeit, in der die Hörer bewusst Radio hören, der Moderator mehr als nur Song um Song abspulen darf. Leider sei das alles nur am Morgen möglich, fand der Stadtberner in den Anfängen: «Eine Show am Abend hätte mir mehr entsprochen.»


Job als Zeitbeschleuniger

Heute, rund 18 Jahre später, ist das Kaffee von vorgestern. Simon Moser hat längst in die Rolle des Frühaufstehers gefunden. «Ich weiss den Morgen jetzt zu schätzen, er hat etwas Magisches.» Auch an freien Tagen zieht es ihn heute früh aus den Federn. «Da ist das erste ‹Guete Morge› des Bäckers noch ehrlich gemeint.» Und doch merkt er heute mit 38 Jahren: Jünger wird man auch dann nicht, wenn man den ganzen Morgen flachst und Sprüche klopft. «In meinem Job wird man schneller älter. Schlaf ist ein Dauerthema.» Fünf, sechs Stunden sind es in der Nacht, eine weitere Stunde am Mittag. Trotzdem sei der Job des Weckers von Bern keine Frage des Alters. «Wenn man mit Freude dabei ist wie ich, kann man es lange machen.»

Halb acht, Mike Shiva hat seine letzten Karten bereits gelegt. «Voll daneben» ist jetzt angesagt – die Rubrik, in der Hörer vermeintlich bekannte Redewendungen kommentieren. Was bedeutet: Etwas ist auf «meinem Mist gewachsen»? «Da hat es sicher viele Bakterien drauf, oder?», lautet eine Antwort. «Meint ihr mit dem Mist Käse?», fragt ein anderer. Simon Moser schmunzelt hinter dem Mischpult. So geht es jetzt noch gut zwei Stunden weiter. Und auch danach ist noch nicht Schluss. Wenn die Show vorbei ist, machen sich Moser und Schelker an die Vorbereitung für die morgige, produzieren neue Folgen für ihren Podcast und Geschichten für Social Media.

Volle Tage – ein Glück, wenn dann das ruhige Wochenende kommt, oder etwa nicht? Eher nicht, liest man aus dem Gesicht von Berns meistgehörtem Morgenshow-Host. Am Wochenende hat Simon Moser weiter zu tun – er legt als DJ an seiner eigenen Party auf. Da beginnt die Arbeit zu einer Zeit, wo er sonst ins Bett geht. «Den Montagmorgen gibt es nur mit Jetlag.» Das ist wohl das Los von einem, der am Morgen schon alles erreicht hat. Zu erobern bleibt ihm nur die Nacht.

«Energy Mein Morgen»: Morgenshow mit Moser und Schelker, Mo–Fr, 
5 bis 10 Uhr auf Radio Energy Bern.

Entertainment-Podcast «Die Sprechstunde mit Moser & Schelker», jeden Samstag eine neue Folge auf Plattformen wie iTunes und Spotify.

Text: Marc Perler

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