Kein Morgen ohne Kaffee

Kaffee ist nach Wasser das meistkonsumierte Getränk in der Schweiz. Schweizerinnen und Schweizer trinken davon durchschnittlich drei Tassen am Tag. Die Liebe zum Kaffee ist historisch gewachsen – und geht weit über die Morgenroutine hinaus.

Kurz vor sieben Uhr morgens. Ein betörender Duft hängt in der Luft. Der Durchschnittsschweizer gönnt sich seine erste Tasse. Ein Morgen ohne Kaffee? Für den grössten Teil der Nation ein Ding der Unmöglichkeit. Das anregende Getränk gehört – direkt nach Wasser – zu den beliebtesten des Landes. Wir trinken jährlich 1110 Tassen pro Kopf. Das entspricht knapp 10 Kilogramm Kaffee. Beim weltweiten Kaffeekonsum schaffen wir es – auch ohne eigenen Anbau – auf den dritten Platz.

Die Kaffeeliebe der Schweizer ist historisch gewachsen. Nachdem die Türken 1683 die Belagerung Wiens abbrechen mussten, liessen sie 500 Säcke Kaffee zurück. Ein polnischer Kaufmann machte das Geschäft seines Lebens und eröffnete das erste Wiener Kaffeehaus. 
In den Grenzkantonen Genf, Neuenburg und Basel entstanden im 
17. Jahrhundert die ersten Cafés nach diesem Vorbild.


Geliebt und verschrien

In den Anfängen wurde Kaffee – ebenso wie Tabak – als Medikament eingenommen. Er galt als Wundermittel gegen alle möglichen Leiden. Die Wirkung des Brühgetränks wurde kontrovers diskutiert. Auch politisch wehte ein harter Gegenwind: Die Städte Basel und Zürich, zum Beispiel, verboten den Ausschank von Kaffee an ihre Untertanen. Kaffeetrinker waren als aufmüpfig verschrien. Die Kaffeehäuser galten als Quell politischer Unruhen. Lokale Unternehmer fühlten sich durch den neuen Importschlager bedroht. Plötzlich hatten Bier und Wein einen ernst zu nehmenden Konkurrenten aus dem Ausland. So sehr man sich dagegen wehrte: Der Siegeszug der exotischen Bohne war nicht mehr aufzuhalten.
 

  • Ein Kaffeehändler auf Qualitätskontrolle auf einer Kaffeeplantage im Ursprung in den 20er-Jahren.

  • Besuch einer Kaffeeplantage durch Blasercafé-Firmengründer Walter Blaser Senior in den 20er-Jahren.

  • Ankunft einer Rohkaffee-Lieferung aus dem Ursprung im Hafen von Hamburg um 1920.

  • Der aus dem Ursprung importierte Rohkaffee wird in der Speicherstadt in Hamburg um 1930 zwischengelagert.

  • Einblick in die Spedition am ehemaligen Standort der Rösterei Blasercafé an der Effingerstrasse in Bern in den 30er-Jahren.


Vom Luxusgut zum Volksgetränk

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gehörte das Kaffeetrinken in gehobener Gesellschaft zum guten Ton. Der Genuss war zu dieser Zeit den reichen, männlichen Städtern vorbehalten. Erst im 19. Jahrhundert wurden auch Frauen, Arbeiter und Kinder zu Kaffeekonsumenten. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg griff die Bevölkerung jedoch vor allem zu billigen Kaffeesurrogaten. Verschiedene Getreidearten, Feigen, Eicheln und vor allem Zichorien waren die kostengünstige Alternative zur echten Kaffeebohne.

Die ersten Grossröstereien wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. 1912 stellte die deutsche Kaffee-Handels-AG (HAG) in der Schweiz den ersten koffeinfreien Kaffee her. Mit dem Markteintritt des löslichen Nescafés wurde Kaffee definitiv vom Luxusgut der Reichen zum Getränk des Volkes.


Kaffeenation Schweiz

Heute ist Kaffee nicht nur das beliebteste Getränk des Schweizers, sondern auch das wichtigste Handelsgut seines Landes. Mit dem Export von Kaffee erwirtschaftet die Schweiz jährlich über zwei Milliarden Franken; zwei- bzw. viermal mehr als mit der Ausfuhr von Schokolade und Käse! 70 bis 80 Prozent des weltweiten Handels mit Rohkaffee laufen über die Schweiz. Die Totaleinnahmen in Bezug auf Kaffee belaufen sich auf rund 4,5 Milliarden Franken. Die Bedeutung des Kaffees für die Schweiz geht damit weit über das allmorgendliche Ritual hinaus.

Text: Barbara Zesiger

Tonnenweise Kaffee für Krisenfälle

In der Schweiz sind Kaffeeproduzenten per Gesetz dazu verpflichtet, Kaffee für Notsituationen zu lagern. Das Notlager umfasst total 15 300 Tonnen Kaffee. Diese Reserve würde für circa drei Monate reichen. Im Durchschnitt trinken die Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr fast zehn Kilogramm Kaffee pro Kopf.

Der gelagerte Kaffee ist Teil der «zivilen Notfallreserve», zu der auch Reis, Hülsenfrüchte und Kondensmilch gehören. Ob es diese Kaffeereserve noch lange geben wird, ist fraglich. Im April dieses Jahres hat der Bundesrat bekanntgegeben, dass er Kaffee nicht als überlebensnotwendig einstuft. Über die Abschaffung der Kaffeereserven entscheidet er im November.

Hier trinkt man besonders guten Kaffee

BERN

Adrianos Bar & Café
Theaterplatz 2
3011 Bern
https://adrianos.ch/

Rösterei Kaffee & Bar
Güterstrasse 6
3008 Bern
https://www.roesterei.be/

Phil’s Coffee to go
Standstrasse 34
3014 Bern
https://phils-coffee-to-go.business.site


BIEL

Kafoj
Kirchgässli 3
2502 Biel
www.kafoj.ch

Caffè Cocuma
Längfeldweg 110
2504 Biel
www.cocuma.ch


LANGENTHAL

Restaurant à la cArte
Marktgasse 13
4900 Langenthal
www.restaurantalacarte.ch


SOLOTHURN

IL BAR SOLETTA
Landhausquai 13
4500 Solothurn
www.ilbar.ch

Stadt Rösterei Solothurn
Hauptbahnhofstrasse 7
4500 Solothurn
www.stadtroesterei.ch


THUN

Rösterei Heer
Frutigenstrasse 5
3600 Thun
https://roestereiheer.ch/

Agenda

BEKB -Veranstaltungen

Aktueller Überblick und Anmeldung: bekb.ch/veranstaltungen

Konzerte des Jugendblasorchesters VBJ

3. November 2019, 10.15 Uhr, Congress Centre Kursaal, Interlaken
3. November 2019, 16.00 Uhr, KKThun, Thun
9. November 2019, Kongresshaus, Biel

BEKB-Pensionsplanungsanlässe

22. Oktober 2019, Turbensaal Bellach, Bellach 
23. Oktober 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Biel 
23. Oktober 2019, Schloss Hünigen, Konolfingen 
29. Oktober 2019, Bildungszentrum der BEKB, Liebefeld-Bern
5. November 2019, Saalbau, Kirchberg
13. November 2019, Hotel Interlaken, Interlaken Ost

Immobilien-Herbstmesse

31. Oktober bis 2. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz

St. Nicolas de la BCBE à Tramelan

4. Dezember 2019, BCBE Tramelan

Santarun Bern

29. November 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz