Verdächtig unverdächtig

Wer hat die goldenen Statuen von Ursus und Victor gestohlen? Auf dem Solothurner Krimi-Trail wird Familie Zesiger zum Ermittlerteam und jagt fünf Tatverdächtige durch die Stadt.

Einbruch in der St. Ursen-Kathedrale! Eine unbekannte Person hat zwei besonders wertvolle Teile des Domschatzes entwendet. Von den goldenen Kopfstatuen der beiden Solothurner Schutzheiligen Ursus und Victor fehlt jede Spur. Domschatz-Führerin Verena Schmitz hat den Diebstahl um 16.30 Uhr der Polizei gemeldet. Der Einbruch muss nachmittags zwischen 15.00 und 16.00 Uhr passiert sein. Davor und danach fanden Führungen statt.

Familie Zesiger sitzt mit ihrer Krimi-Trail-Akte auf der Treppe vor dem Dom und studiert den Fall. Mit den bisherigen Hinweisen lässt sich die Sache nicht klären. Es gibt keine Einbruchsspuren an der Tür. Nur ein Schraubenzieher wurde gefunden. Noah (9) liest mit lauter Stimme vor: «Die Polizei geht davon aus, dass die Täterin oder der Täter entweder selbst einen Schlüssel gehabt haben muss oder Profi im Schlossknacken ist.» Zum Glück haben die Beamten vorermittelt und bereits fünf Tatverdächtige bestimmt. So schwierig kann diese «Fahndung» also nicht werden.
 

Auf der richtigen Spur?

Ausgerüstet mit der Krimi-Trail-Akte und einem «Notizbuch» mit sämtlichen Verdächtigen startet die vierköpfige Familie in das Abenteuer. Mutter Barbara hat das Material zu Hause in doppelter Ausführung ausgedruckt und die losen Blätter auf zwei Klemmbrettern fixiert. So geraten sich die Jungdetektivin und der Jungdetektiv nicht in die Haare, hofft sie. Der Spürhund Davinci schnüffelt interessiert an den Bleistiften, die Barbara aus dem Rucksack holt. Sie weiss, dass sie und ihr Mann Marco wenig später vermutlich alles selbst werden tragen müssen.

Der Auftrag beginnt gleich hier am Tatort. Die strahlend weisse St. Ursen-Kathedrale ragt in den blauen Herbsthimmel. Ob Zesigers beim Lösen der Rätsel genauso viel Glück haben wie mit dem Wetter? Gemäss Krimi-Trail-Akte findet sich hier ein erster Hinweis an der Hauptfassade des Doms. Ronja (7) stürmt die Stufen hinauf. Eine Gruppe Tauben flattert aufgeregt zur Seite. Gesucht ist die goldene Inschrift direkt über dem Hauptportal. Das Lösungswort schickt Vater Marco per SMS an den Kommissar. Die Belohnung sind Zusatzinformationen zu den verdächtigen Personen, die Barbara im Notizbuch schriftlich festhält. Mit jedem neuen Hinweis wird der Kreis der Tatverdächtigen kleiner – Zesigers sind der Täterin oder dem Täter auf der Spur.
 

Unerwartete Wendungen

In der Krimi-Trail-Akte befindet sich eine Stadtkarte. Zwölf Täterstandorte – Wohn-, Freizeit- und Arbeitsorte der Verdächtigen – sind darauf eingezeichnet. Sie können in der gewünschten Reihenfolge besucht werden. Noah findet schnell den Ort, der am nächsten liegt. Auf gehts zum «Alten Zeughaus». Hier treffen Zesigers auf einen ersten Zeugen und können nach einem weiteren Rätsel einen Tatverdächtigen fast, aber auch nur fast von ihrer Liste streichen. «Der ist verdächtig unverdächtig», findet der Jungdetektiv. Natürlich lässt sich der Fall nicht nach dem ersten Posten lösen. Die Spannung soll schliesslich noch über zwei Stunden aufrechterhalten bleiben. Im Verlauf des Krimi-Trails kommt es immer wieder zu unerwarteten Wendungen.
 

  • Viel braucht es nicht für den Krimitrail: die ausgedruckte «Fallakte», Stifte für die Notizen und ein Smartphone.

  • Familie Zesiger entdeckt auf der Verbrecherjagd durch Solothurn viele schöne Ecken.

  • «Buchführung»: Neu erhaltene Hinweise werden in der Fallakte erfasst.

  • Die Spuren führen Zesigers auch ans andere Ufer der Aare.

  • «Sind wir noch richtig?»: Ein Quervergleich der analogen und der digitalen Karte hilft bei der Standortbestimmung.

Unbemerkte Distanzen

Die Erwachsenen lassen die Kinder entscheiden, welcher Standort als Nächstes angepeilt werden soll. Als Eltern haben sie irgendwann Strategien entwickelt, um die Motivation des Nachwuchses möglichst lange hochzuhalten. Und ja, später werden Marco und Barbara auch noch die Eiskarte ziehen müssen. Ronja und Noah entscheiden sich für einen Täterstandort auf der anderen Seite der Aare. Zügig überqueren sie die Brücke – Mutter, Vater und Hund im Schlepptau. Wie weit sie schon gegangen sind, merken die Kinder gar nicht. Sie haben nur das nächste Ziel im Kopf.

Auf der Kaimauer am Kreuzackerplatz löst die Familie das nächste Tatorträtsel. Und schon wieder scheint eine Tatverdächtige nicht mehr ganz so verdächtig. Noah hat die Lösung herausgefunden. Stolz und voller Tatendrang zieht er weiter zum nächsten Posten. Ronja würde jetzt lieber auf einen der knorrigen Bäume entlang des Uferwegs klettern. Sie hat für den Moment genug – und Hunger. Nach der nächsten Aufgabe steuert die Familie einen Täterstandort in der Nähe eines Einkaufszentrums an.
 

Überraschung zum Mittag

Zu Mittag gibt es ein Sandwich direkt unter der «Öufi»-Uhr. Mit ihrem originellen 11-Stunden-Zifferblatt zeigt diese nicht nur die «Solothurner Zeit» an. Um 11, 12, 17 und 18 Uhr spielt sie auf elf Glocken das «Solothurner Lied». Es ist ein glücklicher Zufall, dass die Familie genau mittags hier ist. Mit offenen Mündern und strahlenden Augen sehen die Kinder, wie der Harlekin die Stunden schlägt. Erst nach dem Essen stellen die vier Hobbydetektive fest, dass dieser spezielle Zeitmesser Teil der nächsten Rätselaufgabe ist.
 

Jagd durch die Altstadt

Der Solothurner Krimi-Trail für Kinder soll zwischen 2 h 15 und 2 h 45 dauern. Mittlerweile ist fast die Hälfte der Zeit um. Die Familie hat noch viele Posten vor sich. «Zum Glück liegen die so nahe beisammen.» Marco ist froh, denn bei den Kindern ist die Luft raus. Das versprochene Eis sorgt für einen erneuten Motivationsschub. Bei der BEKB in der Gurzelngasse finden Zesigers einen entscheidenden Hinweis. Der Zytglogge-Turm erinnert die Berner Familie an die Heimat. Und beim Füdlistein sind die Kinder erst irritiert, kichern dann aber ungehalten los. Die Skulptur in Form eines Hintern prangte einst am Bogen des Berntors. Sie zeigte – nicht ganz zufällig – in Richtung der mächtigen, reformierten Stadt Bern.
 

Dienst quittiert

Posten um Posten kombiniert Familie Zesiger die Hinweise, schliesst Verdächtige aus und dann wieder ein. Kinderleicht ist das Rätsel nicht. Und als Barbara und Marco sich am Ende auf einer Bank beim Pisoniplatz für die eine Person entscheiden und dem Kommissar den Haftbefehlscode schicken, hat der Nachwuchs bereits den Dienst quittiert und stürzt sich auf dem Spielplatz ins nächste Abenteuer.

Text: Barbara Zesiger

Krimi-Trails für Kinder und Erwachsene

Der Krimi-Trail in Solothurn ist eine Initiative von Solothurn Tourismus. Als regional verankerte Bank freut sich die BEKB, Partnerin dieser Outdoor-Freizeitaktivität zu sein. Der Rundgang dauert rund zwei bis drei Stunden und führt durch die Altstadt, bekannt als schönste Barockstadt der Schweiz.

Krimi-Trail Kids: für Familien mit Kindern ab 9 Jahren
Krimi-Trail für Erwachsene: ab 12 Jahren
BEKB-Kundinnen und -Kunden profitieren von einem Rabatt von 20 Prozent auf den regulären Gruppenpreis (max. 5 Personen).

Weitere Informationen finden Sie hier.

Im aktuellen flash-Wettbewerb verlosen wir drei Familiengutscheine für den Krimi-Trail Kids in Solothurn.

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