Ein Stück echte Geschichte

Pascal Kummers grosse Leidenschaft sind Münzen. Als Numismatiker berät er Laien, Anleger und Sammler. Er kauft und verkauft mehr als nur alte Geldstücke – er handelt mit seinem Wissen über Geschichte und Markt.

Der grösste Teil der Münzen, die auf Pascal Kummers Tresen landen, stammt aus Erbschaften. «Manche Sammlungen liegen Jahrzehnte in Schubladen, bevor sie entdeckt und schliesslich verkauft werden», erzählt der 34-jährige Numismatiker aus Bern. Gemeinsam mit seinem Vater führt er den Münzen- und Raritätenshop im Gebäude der BEKB direkt am Bundesplatz.
 

Echte Überraschungen

Wer einzelne Münzen oder ganze Sammlungen schätzen lässt, kommt mit einer gewissen Erwartung zum Münzhändler. «Natürlich wünscht sich jeder, dass er den Jackpot in den Händen hält», weiss Pascal Kummer. Nicht selten erleben seine Kunden eine Überraschung: «Oft liegen unsere Schätzungen über ihrer Annahme oder aber der jahrelang gehütete Familienschatz entpuppt sich als Niete.»

Bei der Bestimmung der Echtheit verlässt sich der Numismatiker in erster Linie auf seine jahrelange Erfahrung: «Ich weiss, wie eine bestimmte Münze geprägt ist, welche Färbung sie hat und wie schwer sie sein muss.» Um den Goldgehalt eines Geldstücks zu erfahren, setzt Kummer auf das Spektrometer. Überraschungen in Form von Fälschungen gibt es sehr selten: «Nur etwa einmal im Jahr entdecken wir eine gefälschte Münze.» Meist handelt es sich dann um russischen Rubel. Bei Verdacht schickt Kummer eine solche Münze nach Russland: «Diese Fälschungen sind so echt, dass nur russische Experten ein abschliessendes Urteil fällen können.»
 

  • Ursprünglich hat Pascal Kummer den Beruf des Elektromonteurs erlernt. Heute betreibt er an der Seite seines Vaters einen Münzen- und Raritätenshop.

  • Neben den Münzen findet man in der Numismatik am Bundesplatz auch allerlei Raritäten aus Silber.

  • Die meisten Münzen, die über den Tresen wandern, stammen aus Erbschaften.


Geerbte Leidenschaft

Durch den Beruf seines Vaters ist Pascal Kummer schon als Kind mit der Faszination für Münzen infiziert worden: «Ich habe meinen Beruf quasi im Blut», lacht der junge Münzhändler, der dieses Jahr selbst zum zweiten Mal Vater geworden ist. Ob er seine Leidenschaft an die nächste Generation weitergeben wird? Es ist anzunehmen. Denn seine Augen funkeln mit dem Goldstück um die Wette, als er einen achtfachen Dukaten präsentiert. Die Berner Münze ist extrem selten; in der Onlineauktion wird sie für 40’000 Franken ausgeschrieben. «Davon gibt es nur drei Stück!», schwärmt Kummer. Alle anderen Münzen fielen 1798/99 Napoleon zum Opfer, der sie schmelzen und zu französischen Francs giessen liess. «Ein solches Stück echte Geschichte in der Hand zu halten, ist für mich das Grösste!»

Tipps vom Münzhändler

  1. Lassen Sie Münzen unbedingt von mehreren Numismatikern schätzen. Die Preise, die Ihnen geboten werden, können sich stark unterscheiden.
  2. Reinigen Sie alte Münzen auf keinen Fall! Durch Putzen entstehen Kratzer, die den Wert stark mindern. Patina gehört zu einer Münze dazu.
  3. Nicht jede ältere Münze ist wertvoll! Für den Handel besonders interessant sind Geldstücke aus dem 13. und 14. Jahrhundert und römische Münzen.
  4. Numismatiker ist kein Lehrberuf, kann aber gelernt werden. Wer Münzhändler werden möchte, sollte seine Erfahrung als Sammler und in Schnupperlehren sammeln. Anlaufstelle können die Betriebe im Verband Schweizer Berufsnumismatiker sein.

Zur Person: Pascal Kummer

Pascal Kummer arbeitet seit 13 Jahren als Numismatiker. Direkt nach seiner Lehre zum Elektromonteur ist er zu 40 Prozent im Münzen- und Raritätenshop des Vaters eingestiegen. Ende 2019 wird er die Leitung des Geschäfts übernehmen. Auch wenn sich alles um Historisches dreht, der Münzhandel geht mit der Zeit: Neben den An- und Verkäufen im Shop organisiert Pascal Kummer Onlineauktionen. Die teuerste Münze, die Kummer je in der Hand hielt, war ein russischer Rubel in Platin im Wert von ca. 120’000 Franken.

Agenda

BEKB -Veranstaltungen

Aktueller Überblick und Anmeldung: bekb.ch/veranstaltungen

BEKB-Nachhaltigkeitstage

27.–29. August 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz

BEKB-Familientage

1. September 2019, Reconvilier

BEKB-Pensionsplanungsanlässe

10. September 2019, Centre culturel Le Royal, Tavannes (französisch)
17. September 2019, centre de rencontre du siège BCBE, Bienne (französisch)
14. Oktober 2019, Hotel Restaurant Weisses Kreuz, Lyss 
16. Oktober 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Bern Bundesplatz 
22. Oktober 2019, Turbensaal Bellach, Bellach 
23. Oktober 2019, BEKB-Begegnungszentrum, Biel 
23. Oktober 2019, Schloss Hünigen, Konolfingen 
29. Oktober 2019, Bildungszentrum der BEKB, Liebefeld-Bern

Konzerte des Jugendblasorchesters VBJ

9. November 2019, Kongresshaus, Biel